Montag, 27. Juni 2016

Samstagskaffee - Woche #25



Heute ist gar nicht Samstag, werden Sie empört ausrufen, heute ist Montag! Und Sie haben Recht, Sie Fuchs, Sie. Und das da ist auch kein Kaffee, sondern Erdbeerlikör!

Die Woche, ach was, die letzten zwei Wochen waren einfach zu schnell vorbei, und zu viel schwirrte mir um den Kopf, worüber ich mir Gedanken machen muss(te). Von meinem eigenen Shit abgesehen hat mich auch das Brexit-Votum nicht ganz kalt gelassen, zumal ich in den letzten Monaten VWL-Schlüsselqualifikationsmodul auch ein paar Zusammenhänge besser verstanden habe und mittlerweile die Wirtschaftsnachrichten lesen kann, ohne jedes zweite Wort nachzuschlagen. Erfolgserlebnisse allerorten!



Der kleine Basilikum hat sich gut gemacht, und auch der Rest des Fensterbrett-Gemüsegartens wächst und gedeiht. Auch wenn sich der Kürbis als Chauvi erweist und ausschließlich männliche Blüten produziert. Aber ich habe ihn auch nicht gekauft, um dann orangene Riesen vor dem Fenster liegen zu haben. Die Tomate dagegen verträgt Standort und Pflege erstaunlich gut und produziert fleißig grüne Knubbels. Wenn die sich als essbar erweisen sollten, erweitere ich das Nutzpflanzenabteil nächstes Jahr noch um eine weitere Tomate und vielleicht auch einen kleinen Paprika. In mir wohnt eben doch ein kleiner Öko. Apropos:



Ich hatte dieses Jahr nicht viel Lust, handzuarbeiten. Diese Woche allerdings hatte ich wieder mehrere Abende, an denen ich nichts Sinnvolles mehr tun oder denken, sondern nur noch meine Ruhe wollte. Dabei habe ich ein bisschen vor mich hin gehäkelt, größtenteils improvisiert, inspiriert von Pinterest. Noch sieht es aus wie etwas, das sich alte Damen auf die Sofalehne legen, aber bald soll es meinen Oberkörper schmücken.




Samstag, 11. Juni 2016

Samstagskaffee - Woche #23




Basilikum, Basiliki, Basiliko - es sprießt auf der Fensterbank. Basilikum ist ja bekanntermaßen eine kleine Mimose, also halten sich die Erwartungen in Grenzen. Aber schauen wir mal, wie's weitergeht. Die Tomate daneben blüht auch schon. Wie aufregend.

Wenn dieser Text erscheint, bin ich gerade in Berlin und schaue mir Dinosaurierskelette an. Nach meinem unsanft von Magen-Darm-Kram beendeten Ostern ist das mein zweiter sowas-wie-Urlaub dieses Jahr. Der dritte und letzte kommt im August, wenn ich meiner Schwester in Hamburg beistehe. Mein dritter Hamburgbesuch, und diesmal sehe ich vielleicht sogar mal was von der Stadt. Die letzten Male bin ich betrunken U-Bahn gefahren. Auch schön.

In Berlin war ich erst einmal, und die Stadt ist mir nicht besonders sympathisch, aber auch Schwiegerväter wollen mal besucht werden, und der kleine Herr F. freut sich wahnsinnig auf das einzig vollständig erhaltene T-Rex-Skelett Europas, das dort gerade im Museum steht. Und gerade an Museen hat die Stadt ja einiges zu bieten, sodass ich mich gar nicht weiter mit den Berlinern abgeben muss. Auch wenn in meiner letzten Hausarbeit wenig schmeichelhafte Dinge über die Deutschen und ihre neurotische Sehnsucht nach Zentralismus zitiert wurden, aus der nach Theorie des Autors die Museumsinsel hervorgegangen ist. Manchmal merke ich mir gar, was ich lese, normalerweise, um es irgendwann an völlig unpassenden Stellen einzuflechten. Apropos Hausarbeit: Auch dieses Semester muss ich wieder eine schrieben, diesmal geht es um das Marktprivileg in Leipzig. Ich finde ja, Regionalgeschichte wird unterschätzt. Manchmal muss man es eben auch anfassen können.




Und dann habe ich wieder einmal meinen Kleiderschrank aussortiert, diesmal noch rigoroser. Ich hatte mir vor ein paar Wochen eine Kleiderstange gekauft, auf der demnächst alle meine Kleider und Blusen hängen dürfen, denn eigentlich bin ich ein großer Fan von offenen Kleiderschränken. Der jetzige ist auch offen, hat aber nur eine kleine Stange, sodass die Kleider immer knittern. Stattdessen wird dort jetzt mehr Bettwäsche und Decken gelagert. Wieder ein winziges Stückchen Ordnung mehr - es sind die kleinen Dinge im Alltag, die mich beglücken.

Wie zum Beispiel dieses Kleid. Ignorieren Sie den Giraffenhals. Keine Ahnung, was da passiert ist. Das Kleid ist toll, habe ich festgestellt.

Samstag, 4. Juni 2016

Samstagskaffee - Woche #22

Selfie #1

Diese Woche war... durchwachsen. So unnötig anstrengend. Und Pickel hat'se auch. Meh.

Am Dienstag habe ich versehentlich meinen Kollegen mit einer unschönen Geste bedacht. Er hatte mich auf der Straße gesehen, und gehupt, um zu fragen, ob er mich mitnehmen soll. Das war einer dieser Tage, die es manchmal im Sommer gibt, einer dieser Tage, bei denen ich das Gefühl habe, alle (Männer) um mich herum sind verrückt geworden, haben jegliche Selbstachtung und Menschlichkeit verloren, einer von diesen Tagen, an denen ich abends vor dem Spiegel stehe und überlege, ob ich da nicht einfach nur ein bisschen zu empfindlich bin.

Kurzum: Er war der fünfte oder sechste, der an diesem speziellen Nachmittag, und das nur auf dem Weg zur Tagesmutter, beschlossen hatte, mir hinterher zu hupen, und ich hatte mittlerweile so die Nase voll, dass ich einfach nur den Finger hob und weiterging. Die meiste Zeit kann ich Blicke, Pfiffe, Kommentare ausblenden, aber manchmal bricht das alles so über mich herein, dass ich eigentlich um mich schlagen und nach Hause gehen möchte. Dann möchte ich keine "Komplimente" mehr aus vorbeifahrenden Autos zugebrüllt oder im Bus ins Ohr geflüstert bekommen, keine blöden Anmachen von Typen, die sich neben mich setzen, wenn ich mit meinem Sohn ein Eis esse. Ist das zuviel verlangt?


Selfie #2

Dafür geht es jetzt erst mal schön weiter. Nach dem Wochenende, das ich mit Bier, Sophisterei und, ach ja, Arbeit verbringe, ist die nächste Woche ganz der Uni gewidmet. Es gibt viel zu tun, zu lernen, zu arbeiten. Das macht mir tatsächlich viel Spaß, mindestens so viel wie ein Nachmittag mit Kind, manchmal mehr. So ein Nachmittag ohne Kind hat auch was für sich. Ab und zu.

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