Samstag, 30. April 2016

Samstagskaffee - Woche #18

Oben sieht man es schon ein bisschen: Es ist mal wieder Blogbastelzeit. Der Kaffeefleck auf dem ansonsten eher cleanen Header passt irgendwie sehr gut zu meinem Alltag gerade.

Apropos Kaffee: Ich finde einfach keine gute Kaffeesorte. Der letzte, den ich gekauft habe, war ein Totalreinfall, er war bitter, säuerlich und auch mit Milch verdünnt einfach nicht zu genießen. Mein Mann brachte mir dann eine Probe aus einer lokalen Leipziger Rösterei mit, der aber irgendwie einen Nachgeschmack von Spülmittel hatte. Also, ich möchte die kleinen tollen Röstereien hier (zum Beispiel die in meinem Viertel, die morgens immer so großartig riecht) ja unterstützen und bin immer dafür, lokal zu kaufen, und natürlich sind mir die ganzen Standards zu Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit und so weiter wichtig, ABER was nützt mir das, wenn der (logischerweise recht teure) Kaffee nicht schmeckt? Im Moment koste ich also bei allen Freunden, bei denen ich zu Besuch bin, ihren Kaffee.

Zeitmaschine


Ich wollte mein Schlafzimmer aufräumen. Und wie das so ist, wenn man aufräumt - nach nicht einmal zehn Minuten durchaus motivierten Regalanstarrens fiel mir meine Bildermappe aus der Grundschule in die Hände:


Schuleingang
Im Hintergrund der einzig stabile Teil unseres Hauses.
2. Klasse, hier in der Bildmitte.
Mit im Bild mein Schwarm, mit dem ich nie auch nur ein einziges Wort gewechselt habe.


Dann war meine Mutter da. Meine Mutter! Ich habe also Stunden in Putzen und Aufräumen investiert, auch wenn das Resultat wahrscheinlich nur mir auffiel. Es war trotzdem ein okayer Abend, und Söhnchen freute sich, ihr alle seine Automarken vorführen zu dürfen.

Lesenswert


  • Nach der sehr guten Legida-Reihe wagt sich die flohbu.de jetzt nach Dresden: #DD2504 - der Verweis auf Klemperers LTI kann hier nur noch mal nachdrücklichst wiederholt werden
  • Den Donnerstagsdiskurs der Uni im Live-Tweet kann man hier nachlesen - inkklusive des Rauscherschen Opfergehabes (fiel eigentlich das Wort "Lügenpresse" oder konnte er es drinbehalten?)
  • Wie ist das denn nun mit dem neuen Sexualstrafrecht? Schön zerpflückt und erklärt von Nicole bei kleinerdrei
  • Damit es nicht ganz so deprimierend ist: Heldenstadt hat die neuesten Leipzig-Blogs aufgelistet.

Wohin am Wochenende?


Heute ist Georg-Schwarz-Straßenfest! Geht vor die Tür, es soll schönes Wetter werden.
Montag, 25. April 2016

Monday you can fall apart

Schon wieder kein Samstagskaffee. Die Zeit, die Zeit. Meine Tage im Moment sind achtzehn Stunden lang, davon etwa eine Stunde für mich. Demnächst wird es wieder besser. Manchmal läuft es eben einfach nicht so.

Meine Mutter machte mich letztes Jahr wütend, als sie sagte, sie habe den Eindruck, mir werde das alles zu viel. Ich solle mir überlegen, ob ich das wirklich schaffe, so mit dem Studium. Wäre ich ein impulsiver Mensch, hätte ich sie angeschrien. So habe ich irgendetwas Leises gemurmelt, dass ich das schon schaffe, und mich später im schwesterlichen WhatsApp-Chat beschwert. Manchmal bin ich eben doch nicht so stark.

Das Wochenende war das anstrengendste, das ich in den letzten Monaten auf Arbeit erlebt habe. Gott sei Dank sind wir mittlerweile ein eingespieltes Team und haben es geschafft, die Nerven zu bewahren, uns gegenseitig aufzumuntern und am Ende doch irgendwann mal Feierabend zu machen. Manchmal läuft es dann eben doch.

Das Leben mit einem Dreijährigen hat seine Tücken, man sollte es kaum glauben. Zur Zeit sind zwei Drittel seiner Äußerungen Fragen. Das kann einen wahnsinnig machen. Der Rest sind unfreiwillig komische Sätze, die sofort wieder aufheitern. Tragisch wird es, wenn etwas nicht exakt so läuft, wie er sich das vorgestellt hat. Wenn man ihm ein Taschentuch reicht, statt des gelben "Tränchentuchs". Wenn man die Banane kleinschneidet, obwohl er nicht darum gebeten hat. Wenn man zum Staubsaugen den Bauklotzturm verrückt hat. Dann folgt regelmäßig ein empörtes "Aber das hab ich doch verkündet!" und Unverständnis, wenn die Eltern lachen.

Das Auslachen rächt sich in wenig schmeichelhaften Vergleichen. Neulich sah er ein Bild von Vlad dem Pfähler, und rief begeistert: "Der sieht aus wie die Mama!"

Übrigens:


Dienstag, 19. April 2016

Überflussgesellschaft

Ich habe einen schönen, schwierigen Artikel gelesen. Schön deswegen, weil er mir aus der Seele spricht, weil ich genau diese Situationen kenne, weil ich über solche Dinge viel nachdenke. Schwierig deswegen, weil ich in diesem Artikel eine andere Rolle einnehmen würde, weil das Thema mich, oft genug unangenehm, berührt und dazu geeignet ist, Menschen aneinander geraten zu lassen. Und es fällt mir sehr schwer, darüber zu schreiben, weil ich eben dieses Aneinandergeraten überhaupt nicht will.

Es geht um Überfluss. Ums Schenken. Um den Wert der Dinge.

Als ich klein war, war die Sache klar: Geschenke gibt es zum Geburtstag und zu Weihnachten, vielleicht noch Schokolade zu Ostern. Kleine Geschenke gibt es von den Eltern, große von den Großeltern. Darauf konnte man sich verlassen, darauf konnte man sich freuen. Viele Kinder bekamen mehr als ich, manche weniger, so war das eben, und von Oma und Opa wünscht man sich die teuren Sachen, so ist das noch heute bei mir.

Bei meinem Kind ist das ein bisschen anders. Mein Sohn hat nicht nur ein Paar Großeltern, sondern drei, dazu die Urgroßeltern, und drei Tanten, und seine Eltern haben Freunde. Und er hat uns, die wir beide auch Mangel kennen und natürlich wollen, dass ihm nichts fehlt. Gleichzeitig soll er den Wert von Dingen erkennen, Sachen zu schätzen wissen und lernen, dass manche Dinge einfach höhere Ziele sind als andere, dass Geschenke nicht auf Bäumen wachsen und ein Wunsch nicht immer sofort erfüllt werden kann. Er weiß nicht, was Geld ist, außer, dass wir es manchmal haben und manchmal nicht, ohne zu verstehen warum.

Sonntag, 17. April 2016

Samstagskaffee - Woche #16

Der Samstagskaffee kommt heute verspätet, und ganz ohne Kaffee. Dafür gibt es Halsschmerzen und schlappe Knochen. Die letzten Tage waren wohl ein bisschen viel für mich, und anders als sonst, wenn ich kränkel, mach ich eine Pause und versuche nicht, irgendwie durchzukommen.




Also, schnöde Welt, ich lümmel mich heute auf das Sofa, lese Kinderbücher vor und schlürfe Tee und erledige wahrscheinlich am Ende trotzdem wieder Wäsche und Haushalt.
Samstag, 9. April 2016

Samstagskaffee - Woche #15

Ich weiß, das sage ich jede Woche, aber: Was für eine Woche!

Die Uni fing gleich an meinem Geburtstag an, nebenbei habe ich versucht, diese vermaledeite Hausarbeit fertigzubekommen, und wurde dabei von meinem kotzenden Kleinkind sabotiert. Ich habe glaub ich schon mal angemerkt, was für eine Freude es ist, mitten in der Nacht von einem Schwall Erbrochenem geweckt zu werden. Das Ganze aller zwei Stunden eine ganze Nacht lang macht noch tausendmal mehr Spaß. Morgens saß ich dann wieder in der Vorlesung, die Gott sei Dank spannend genug war, mich wach und bei der Stange zu halten. Der Dozent hat einen großartigen Humor und sehr viel Begeisterung für sein Fach, und das ist rar. Die VWLer schaffen es also doch, mich zu überraschen.

Ich habe ja schon mal geschrieben, dass Sommersemester immer spannender, planbarer und angenehmer sind als Wintersemester. Das setzt sich gerade fort, ich bin mit all meinen Kursen vollauf zufrieden und überall zuversichtlich. Auch das Einschreiben in die Bergbaugeschichte hat mittlerweile funktioniert, nachdem die beiden Verantwortlichen abwechselnd im Urlaub und krank waren und wochenlang von mir genervt wurden. Läuft!

Der Kindermagen hat sich mittlerweile wieder beruhigt - wir sind uns noch uneinig, ob nun ein Keim oder einfach nur die strenge Diät aus Gewürzgurken und Salami mit Senf, die er zur Zeit pflegt, Schuld tragen. Wahrscheinlich eine ungesunde Kombination.

What else is new?


Die Innenstadt ist im Wandel, was mir diese Woche besonders auffiel. Sowohl der 1-Euro-Laden auf der Hainstraße als auch eines der MäcGeize waren plötzlich weg, weswegen ich über 3€ für einen 160-Blatt-Block bei Galeria bezahlen musste und immer noch empört bin. Dafür hat jetzt auch Leipzig eine fucking Primark-Filiale, die zum Eröffnungstag nicht so überrannt wurde wie gehofft und bisher anderswo immer eingetreten, dafür aber gleich von Protesten begrüßt wurde. Läuft auch hier. Manchmal mag ich Leipzig.



Wer immer noch nicht weiß, warum Primark definitiv nicht unterstützenswert ist, dem sei dieser kurze Film ans Herz gelegt. Auch wenn es Stimmen gibt, die es verlogen nennen, Primark zu brandmarken und dann bei H&M zu kaufen - das ist in meinen Augen ein Unterschied. Bei H&M erkenne zumindest ich in meiner Gutherzigkeit immer den Versuch, sich Stückchen für Stückchen zu bessern, sich millimeterweise einer faireren Marke zu nähern. Bei Primark fehlt mir das komplett, und da ich Wegwerfmentalität noch nie leiden konnte, ist mir auch das egal-ob-es-nur-eine-Wäsche-hält-war-ja-billig zuwider. Meine H&M-Shirts sind zum Teil fünf Jahre alt und halten immer noch wöchentlichem Gebrauch stand, und der Preis von 6,99€ für ein Shirt aus Bio-Baumwolle kann ja nun wirklich nicht zu hoch sein. In Sachen fairer Produktion hat natürlich jede Kette Nachholbedarf, immer, und das ist einer der Gründe, warum ich mittlerweile kaum noch shoppen gehe. Aber dazu vielleicht ein andermal.

Montag, 4. April 2016

Neuntausendvierhundert-achtundneunzig

Ich hatte also schon wieder Geburtstag. Seit die 20 überwunden ist, habe ich das Gefühl, die werden häufiger. Nun lebe ich 9498 von meinen angestrebten 26664 Tagen* auf dieser Erde.

Zur Feier des Tages durfte ich um sieben aufstehen und um neun in der Uni sitzen, um Latein zu lernen. Nach diesem äußerst feierlichen Einstieg hatte ich meine erste Veranstaltung im Schlüsselqualifikationsmodul (tolles Wort, oder? Ach, Bologna.) "Einführung in die Finanzmärkte". Ich muss dummerweise so ein SQ-Modul besuchen, und wenn schon, dann wenigstens eins, das schlau klingt. Außerdem ist Klugscheißerei mein einziger Lebenszweck, deswegen studiere ich schließlich auch Geschichte, und da passt das doch wunderbar.

Damit war ich auch nicht die Einzige, wir coolen Kinder haben tatsächlich eine ganze Sitzreihe mit Historikern voll bekommen (ganz hinten, versteht sich). Ich bin übrigens sehr stolz, dass ich trotz ausgeprägtem Desinteresse meinen Kommilitonen gegenüber mittlerweile den ein oder anderen aus verschiedenen Veranstaltungen wiedererkenne. Ich kann mir zwar keine Namen merken, aber "der den ich in Fantasy-Filmen als Zwerg casten würde" und "der der im Kolonialismus-Seminar immer Solitär gespielt hat" tut es doch eigentlich auch. Noch schöner ist natürlich, dass sie mich im Gegenzug auch erkennen. Und dass wir alle uns einig sind, dass es unverantwortlich von den anderen Instituten ist, gleich zu Semesterbeginn das Semester zu beginnen, wo wir doch alle noch damit beschäftigt sind, die Hausarbeiten vom letzten Semester fertig zu schreiben und mit mehr oder weniger guten Ausreden später abzugeben, und die Semesterbeginn-Grillpartys sind doch auch noch nicht gelaufen.

Jedenfalls hatte ich Geburtstag und kurz überlegt, mir statt meines Kaffees einen Piccolo zu gönnen, aber Sekt macht immer so albern. Das geht nur auf Arbeit.
An sich war es ein ganz normaler Montag, nur mit tausend Facebook-Benachrichtigungen ("Mensch den du seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hast hat an deine Pinnwand gepostet"), ehrlich gemeinten Glückwünschen, Geschenkpäckchen und einem Kernfamiliären Abendessen beim Mexikaner. Manchmal fühle ich mich noch Schleußig-er als sonst.





PS: #le0404 passiert, jetzt gerade. Aber nicht hier.
PPS: *An diesem Tag feiere ich selbstverständlich wie jeder Mensch von Welt den ersten erfolgreichen Test des Warp-Antriebs und die Kontaktaufnahme mit den Vulkaniern.
Samstag, 2. April 2016

Samstagskaffee - Woche #14

Andere bringen von Kurztrips nach Görlitz Kippen mit, oder Bunzlauer Keramik, oder zumindest Touristenfotos vom Flüsterbogen und dem Schuhladen, in dem Kate Winslet damals Schuhe kaufte.

Ich bringe Magen-Darm. Auch schön.




Ansonsten war es sehr nett, meine Schwestern und Familie zu sehen, auch wenn sechs Kinder zwischen 1 und 11 Jahren sehr anstrengend sein können, vor allem wenn eines davon (m)ein kleiner Traumtänzer ist, der sich von jedem Blümchen am Wegesrand ablenken lässt, der Rest eher Draufgänger, die vorausstürmen und die Älteste still und leise vor sich hin pubertiert, ohne so recht zu wissen, wohin mit sich. Dazwischen wurde gelästert, verhört, getrunken und gewettet.

Was mir wie jedes Mal auch diesmal wieder auffiel, war, dass Görlitz quasi außerhalb jeder gewohnten Zivilisation liegt. Einen Tag hat man nur polnisches Netz, einen Tag gar keines, und stolpert man zufällig über einen W-Lan-Hotspot, kramen alle panisch ihre Handys heraus, um wenigstens die neuesten Nachrichten zu laden. Oh Gott, ein W-Lan, schnell, bevor es davongaloppiert! Falls es jemandem ähnlich gehen sollte: Am Dicken Turm gibt es dreißig Minuten am Tag für umsonst, und während wir Erwachsenen (haha. Dass ich das mal sagen würde.) auf den Bänken in der Sonne saßen und uns Fetzen von Neuigkeiten zuriefen, die Pubertantin WhatsApp-Nachrichten von ihrem Freund las und der junggebliebene Familienvater Geocaches jagen ging, begutachtete mein Söhnchen die Blumenrabatten und alle anderen Kinder turnten im Brunnen herum. Sonntagsidylle pur.

Der Montag brachte, wie gesagt, Magen-Darm, Schweißausbrüche, Krämpfe und andere Unschönheiten, auf die ich hier nicht weiter eingehen will. Zuerst waren die Gin&Tonics (Plural.) des Vorabends hauptverdächtig, aber es hat der Reihe nach noch andere Verwandte erwischt, bis der WhatsApp-Gruppenchat voll war mit Tipps von Tabletten bis Wärmekissen und Sätzen wie "Ich hab seit gestern nicht mehr gekotzt!" plus stolzes Emoji.

Zum Schluss




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