Donnerstag, 25. August 2016

Unterwegs: Hamburg Ahoj!

Ich hatte Urlaub, oder sowas in der Art: Während Mann und Kind zu Hause blieben, bin ich zu meiner Schwester nach Hamburg gefahren, um ihr ein bisschen bei der Kinderbetreuung zu helfen. Nebenbei habe ich mir die Stadt angesehen, das kam bei den letzten Besuchen vor unendlich vielen Jahren (oder zwei Kindern, wie man in meiner Familie rechnet) einfach zu kurz.




Und so war ich eine ganze verregnete Woche lang auf St. Pauli. Vom Balkon aus konnte man die Reeperbahn sehen, was zugegebenermaßen unter der Woche bei Regen nicht weiter spannend ist, auf dem Weg zum Kindergarten kam ich an drei Sex-Kinos vorbei, was für mich etwas gewöhnungsbedürftig war, und dazwischen gab es vegane Eisläden, Hipster im Nadelstreifen und obdachlose Kapitäne, was dann auch schon wieder ein bisschen an Plaguewitz erinnerte.

Mit dem Meer verbindet mich so einiges, nicht nur die Kindheitserinnerungen an Nord- und Ostseeurlaube. Der Urlaub in Stralsund mit meinem Mann und unserem (ungeborenen) Kind war der schönste, den ich je hatte, und jedesmal, wenn ich in einer Stadt am Meer bin, überraschen mich wieder die freundlichen Menschen überall. Dazu kommt die Luft: Meine im Sommer dauerverschnupfte Nase verträgt eine steife salzige Seebrise deutlich besser als die Leipziger Lindenalleen.

Das einzige neben meiner generellen Liebe zu Leipzig, das mich effektiv davon abhält, ans Meer zu ziehen, ist meine panische Angst vor dem Ertrinken. Offene Gewässer sind einfach nichts für mich, und näher als zwei Meter kann ich ans Hafenbecken nicht herantreten, ohne Schweißausbrüche zu bekommen.

Die Woche war trotzdem schön und trotz zweier sehr sehr lebhafter Kinder erstaunlich erholsam.
Samstag, 23. Juli 2016

Samstagskaffee - Woche #28




Auch diese Woche mache ich einen Bogen um all die furchtbaren Nachrichten in der Welt - wenn diese Würstchen eines bereits genug haben, dann doch Aufmerksamkeit. Davon abgesehen hasse ich Spekulationen. Und Idioten sowieso.





Diese Woche waren Herr F. und ich am Cospudener See. Die letzte Woche Urlaub der Tagesmutter neigt sich dem Ende zu. Darauf folgt die letzte Woche mit der Tagesmutter überhaupt, bevor es heißt: Kindergarten Ahoi! Wer weiß, was uns da erwartet. Ich hoffe auf Sauberwerden und Abschied vom Schnuller.

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Donnerstag, 21. Juli 2016

Unterwegs: Ein Tag am See



Herr F. und ich waren am Cospudener See. Er ist nicht der Schönste im Leipziger "Neuseenland", aber der erreichbarste von unserem Haus aus - mit Bus und Straßenbahn ist man in gerade mal 20 Minuten am Strand.

Früher bin ich oft mit dem Fahrrad durch die Seenlandschaft gefahren, durch Wald und Wiese, vorbei an riesigen Industriedenkmälern, an weidenden Auerochsen, an den Apelsteinen. Dann habe ich mich abseits des Trubels ans Ufer gesetzt, in die Böschung, wo es keinen Sand, aber Badestege und Ruhe gibt. Heute sitze ich am Sandstrand in der Sonne und baue Matschburgen, wische Tränchen und Schlammspritzer aus Kinderaugen, krame ständig Sonnencreme, Apfelstückchen, Wasser, Sandförmchen, Feuchttücher aus der Tasche, esse Eis- und Pommesreste auf, verscheuche Fliegen und versuche einem zappeligen Kleinkind zu erklären, warum er mittags wenigstens eine halbe Stunde unter dem schattigen Sonnenschirm sitzen soll und warum Mamas Augen ständig zufallen.




Nett war es trotzdem, und fühlte sich sogar ein klein wenig wie Erholung an. Nur ein Cocktail mit viel Eis und Schirmchen hat gefehlt.

Samstag, 16. Juli 2016

Samstagskaffee - Woche #27



Hiobsbotschaften - schnell und bequem verfügbar am Frühstückstisch. Wenn ich morgens aufstehe, lese ich Nachrichten, und irgendwie macht das dieses Jahr so gar keinen Spaß. All die Toten, all die politischen Verwirrungen - die ganze Welt scheint 2016 unbedingt die Erde in die Luft jagen zu wollen.



Ich hatte eine nette Woche. Herr F. und ich waren in Merseburg, um uns den berühmten Dom anzusehen. Und eine der ältesten Städte Mitteldeutschlands. Gemütlich war es, und eine Bratwurst auf Kleinstadtmarktplätzen in wackeligen Klappstühlen lässt immer irgendwie Urlaubsfeeling aufkommen.

Und jetzt: Heute ist CSD. Geht raus! Geht feiern! Bringt ein bisschen Farbe in den Trübsinn!
Mittwoch, 13. Juli 2016

Unterwegs: Merseburg

Die letzte Prüfung liegt hinter mir, und in den Augen der Leute, die gern über "faule Studenten" reden, habe ich jetzt Semesterferien. Natürlich sind Ferien keine Ferien, sondern Zeit, eine schöne lange Hausarbeit zu schreiben, Zeit, mehr zu arbeiten, weil man das Geld so dringend braucht, und vor allem Zeit mit einem Dreijährigen, dessen Tagesmutter zwei Wochen in Italien am Strand liegt. Gut, dass so ein Dreijähriger auch mit Geschichte und Kultur zufrieden ist, und wenn Mitteldeutschland etwas hat, dann doch Geschichte und Kultur! Die Mission lautet: So weit das Semesterticket trägt. Es ist erschreckend, dass ich acht Jahre in Leipzig wohne und vom Umland quasi nichts kenne. Da schämt man sich ein bisschen, wenn man Vorlesungen in der Sächsischen Landesgeschichte belegt.



Wir waren also in Merseburg. Von Leipzig aus ist die Anreise auch im üblichen Sommerchaos der LVB (Kommt der SEV? Kommt er nicht? Was ist ein SEV?!) relativ unproblematisch mit der Linie 131 (Jaaaa, die, die zu Ikea fährt) vom Hauptbahnhof möglich und dauert leider eine ganze Stunde, obwohl die Stadt wirklich nicht weit weg ist. Besichtigt wurden natürlich Dom und Schloss (im Bild) samt Kulturhistorischem Museum.

Herr F. hatte leider ein bisschen Angst vor Totenschädeln, und ich muss zugeben, als einzige Besucher in einem beengten Kellergewölbe stehen, mit dramatisch ausgeleuchteten menschlichen Gebeinen um sich, das ist schon speziell. Ich hätte mir die Schädel und das Grab trotzdem gerne näher angesehen, wurde aber mit einem panischen "Weiter, weiter! Nicht gucken!!!" aus der Frühen Siedlungsgeschichte gerissen.

Außer Dom, Schloss und diversen Überresten der Stadtmauer gibt es in Merseburg allerdings nicht so wahnsinnig viel zu sehen. Das Übel, das die meisten Städte mit weit zurückreichender Geschichte verfolgt, ist, dass sie meistens recht wenig mehr als das zu bieten haben. Die relativ leeren Straßen zwischen all den schönen, sanierten Fassaden erinnerten mich stark an Görlitz: Man geht gern durch und guckt und staunt und das Historikerherz lacht, aber wohnen kann man dort nicht.

Die nächsten Ziele, die wir uns vorgenommen haben, sind unter anderem Querfurt, Altenburg, natürlich Halle und dann auch wieder heimatlichere Gefilde, die Sächsische Schweiz.

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